Straßennamen

Hamburg hat nicht nur viele Straßen, sondern diese haben alle einen Namen. Aber was bedeuten diese Namen bzw. wo kommen diese her?

Die Bezeichnung Straße selbst, kommt kommt von dem althochdeutschem Wort straza. Dieses Wort hat seinen Ursprung im lateinischen Wort strata, was so viel bedeutet wie gepflasterter Weg, der Orte verbindet.

Wir haben hier einige Hamburgs bekannteste Straßennamen mal aufgelistet und dazu die jeweilige Bedeutung oder Herkunft.

Reeperbahn

Der Name setzt sich aus 2 Begriffen zusammen: Reep und Bahn. Reep ist die seemännische Bezeichnung für Tau oder Seil. Um diese herzustellen, wurden lange Bänder aus Hanf miteinander verdreht. Dadurch wurden die Bänder immer etwas dicker. Dafür gab es lange Bahnen, in denen die Bänder gespannt wurden. Ein Ende dieser Bahn ließ sich drehen. Umso dicker die Bänder wurden, umso mehr Kraft musste dazu aufgewendet werden. Die Bezeichnung der Berufe waren Seiler und Reepschläger. Es wurden immer mehr Bänder mit anderen Bänder zusammengedreht, bis schließlich ein dickes Seil bzw. Reep daraus wurde. 

Seilerstraße

Diese Straße geht von der Reeperbahn ab. In dieser Straße wohnten damals die Seiler. Eine Berufsgruppe, die damals in den Reeperbahnen Seile herstellten.

Grosse Freiheit

Den amtlichen Namen „Grosse Freiheit“ hat diese Straße bereits seit dem 17. Jahrhundert. Graf Ernst von Schauenburg stellte 1601 ein Privileg aus, in Altona eine besondere Wirtschaftszone einzurichten, in der dort ansässige, unzünftige Handwerker, Händler und Glaubensgemeinschaften eine Religions- und Gewerbefreiheit genossen. Diese besondere Wirtschaftszone wurde später unter dem Namen Freiheit bekannt.

Schulterblatt

Der Name stammt tatsächlich von einem Schulterblatt ab. Es gab vor weit über 200 Jahren ein Wirtshaus, in dem viele Walfänger einkehrten. Einige von ihnen brachten die Knochen des Schulterblattes eines Wal mit. Der Wirt hängte dieses Schulterblatt über den Tresen unter die Decke. Da es damals noch keine Straßennamen gab, sagte man „ich gehe heute zum Schulterblatt“. Jeder der es kannte, wusste dann sofort, er geht einen saufen. Da das Schulterblatt nun ein bekannter Ortsbegriff war, wurde später die Straße so benannt, als die Straßennamen vergeben wurden.

Jungfernstieg

Der Jungfernstieg war am Anfang nur ein breiter Damm, um den Fluss Alster aufzustauen. Um diesen etwas attraktiver zu gestalten, pflanzte die Stadt im 17. Jahrhundert Bäume drum herum. Die „feine Gesellschaft“ nutzte diesen Damm nun als Ausflugsziel und führten ihre schönen und unverheirateten Töchter dort aus. Schnell wurde dies eine Art Heiratsmarkt für die „Jungfern“. Es war also eine Art Paarship des 17. Jahrhundert. Ob sich nun alle 11 Minuten dort jemand verliebte, ist leider nicht bekannt.

Übrigens: Der Jungfernstieg war die erste asphaltierte Straße in Deutschland.

Große Bleichen

Hinter dem Damm am Jungfernstieg gab es große Wiesen. Damit die Hemden der Kaufleute und Bürger in einem schönen Weiß strahlten, wurden sie auf die Wiese gelegt. Die Wäsche wurde in der Sonne gebleicht.

Gänsemarkt

Schon 1373 wurde das Gelänge vom Rat der Stadt (welches heute der Senat ist) für eine Erbpacht in Höhe von 2½ Mark vom Domkapitel und vier Schillinge an den Erzbischof in Bremen gepachtet. Das Gelände wurde jedoch erst nach 1600 bebaut. 1616 bis 1625 wurden hier zum Schutz der Stadt die Wallanlagen gebaut. Zum Baubeginn wurde auf dem Gelänge ein Kalkhof angelegt. Hier wurde der Segeberger Kalk gelagert, der für den Bau notwendig war. 

Seit 1709 wird der Platz Gänsemarkt genannt. Der genaue Ursprung des Namens ist nicht bekannt. Der Platz hatte damals nie Marktrechte bekommen. Eine Theorie zu dem Namen besagt, das von hier aus die Gänse tagsüber vor das Dammtor auf die Weiden getrieben wurden. Eine andere Theorie führt den Namen auf den anliegenden Grundstücksbesitzer Ambrosius Gosen zurück. Das Plattdeutsche Wort Gos oder Goos bedeutet Gans.

Spitalerstraße

1190 wurde zum ersten mal das Hospital St. Georg erwähnt. Dieses Hospital lag weit außerhalb der Stadt, um zu vermeiden das die Kranken eine Epidemie auslösen können. Hamburg wurde in seiner Geschichte mehrmals von Cholera, Pest und Pocken befallen. An diesen Seuchen starben oftmals ein sehr großer Teil der Hamburger Bevölkerung. Die Spitalerstraße wurde nach dem Weg benannt, der zum Hospital (Spital) führte.

Mönkebergstraße

Der Hamburger Senat, unter dem Bürgermeister Johann Georg Mönkeberg, beschloss nach der Choleraepidemie von 1892 die östliche Altstadt neu und großzugig zu gestalten. Hierzu wurden viele Gebäude abgerissen. Die Mönkebergstraße wurde im Volksmund daher lange „Durchbruch“ genannt.

Elbchaussee

Bis die Anwohner Ende der 1820er Jahre einen Wegbauverein gründeten, war die Elbchaussee nur ein sandiger Fahrweg. Dieser wurde nun vom Verein zu einer schmalen Chaussee ausgebaut. Dazu erhielt der Wegbauverein eine staatliche Konzession, die es ihm erlaubte, an Sonn- und Feiertagen bei allen Benutzern, außer den Fußgängern, ein Wegegeld zu kassieren. Dafür wurden einige Schlagbäume (Schranken) errichtet. Heute nachweislich gab es einen auf der Höhe des Hohenzollernring, einer an der Schlagbaumtwiete und wahrscheinlich einer an der Holztwiete vor dem Jenischpark. Am 1. April 1890 wurden die Schlagbäume und der Wegezoll abgeschafft, als der östliche Teil der Elbchaussee von der Stadt Altona übernommen wurde.

Rutschbahn

Wie auch schon das Schulterblatt, war der Namensgeber dieser Straße ein Wirtshaus. Dieses Wirtshaus hatte zur Belustigung eine große Rutsche im Garten. Das Wirtshaus hieß auch „Zur Rutsche“. Diesen Namen hatte man dann 1874 einfach übernommen, als die Straße ihren Namen bekam.

Rothenbaumchaussee

Zu Zeiten der Stadtbefestigung lag am Ausgangspunkt der Chaussee nach Eppendorf ein vorgelagerter Wachposten. An diesem Wachposten soll es einen roten Schlagbaum gegeben haben. Ungewöhnlich ist die zusammengeschriebene Schreibweise. 

Beim Schlump

Schlump ist eigentlich nur die altdeutsche Bezeichnung für ein matschiges oder sumpfiges Gebiet. Hier gab es also einen sehr schlammigen Bereich.

Rödingsmarkt

Das Gebiet am damals äußersten westlichen Stadtrand der Stadt wurde erst im 13. Jahrhundert besiedelt. Der Namensteil „Röding“ stammt vermutlich von einem dortigen Besitzer, der wahrscheinlich „Rodiger“ oder ähnlich hieß. Der Namensteil „Markt“ geht vielleicht auf das Word Mark oder Feldmark zurück, welches auf die ursprüngliche Randlage der Straße hindeutet, denn ein offizieller Markt wurde dort nie abgehalten. Obwohl Warenumschlag und Handel fand im mittelalterlichen Hamburg fast überall statt.

Steinstraße

Diese Straße war die erste in Hamburg gepflasterte Straße. Sie war der Beginn der markierten alten Landstraße nach Lübeck und wurde schon im 13. Jahrhundert gepflastert.